Fahrradförderung: Unterschied zwischen den Versionen

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Welches ist das kostengünstigste Verkehrsmittel? Und noch dazu absolut emissionsfrei? Rich-tig: das Fahrrad! Trotz seiner unbestreitbaren Vorteile fristet das Fahrrad in vielen Unterneh-men noch ein Schattendasein und wird als Mobilitäts-Mittel kaum in Erwägung gezogen. Für Unternehmen steckt in der Entdeckung des Fahrrads jedoch ein großes Potenzial: zum Klima-schutz, zur Gesundheitsförderung, zur Mitarbeitermotivation und auch zu Kosteneinsparun-gen. Im Rahmen von betrieblichem Mobilitätsmanagement ist die Förderung der Fahrradnut-zung daher ein zentraler Ansatz, vor allem bzgl. der Arbeitswege der Beschäftigten, aber zu-nehmend auch für dienstlich veranlasste Fahrten.
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[[File:AdobeStock 187009452 Fahrradfahrer.jpeg|thumb|300px|(Bildquelle: Laiotz - stock.adobe.com)]]
Zugegebenermaßen kommt das Fahrrad eher für Kurzstreckenfahrten in Betracht, wobei die „Schmerzgrenze“ sehr individuell ist, mal bei fünf, mal bei zehn oder auch mehr Kilometern Entfernung. Jedoch: die Hälfte aller Autofahrten ist kürzer als sechs Kilometer und damit ide-al für die Fahrradnutzung! Und mit elektrisch unterstützten Fahrrädern (Pedelecs, E-Bikes) können auch längere Entfernungen und schwierige Topographien gemeistert werden! Fahrrä-der – und hier besonders Faltfahrräder - können aber auch helfen, in Kombination mit der Bahn die erste oder auch die letzte Meile auf dem Weg zum bzw. vom Bahnhof zum Ziel zu überbrücken.
 
Daher sind Betriebe gut beraten, die Vorteile einer Förderung des Radfahrens zu nutzen. Fah-ren mehr Mitarbeiter als bisher mit dem Fahrrad zur Arbeit und halten sich durch diese Art der Bewegung fit und gesund, zahlt sich dies für den Betrieb durch geringere Ausfallzeiten aus. Eine Studie  des Niederländischen Verkehrsministeriums hat empirisch nachgewiesen, dass radfahrende Mitarbeiter im Schnitt etwa 1 Tag pro Jahr weniger krank sind. Da jeder Ausfall-tag eines Mitarbeiters den Betrieb etwa zwischen 200 € und 350 € kostet, machen sich fittere Mitarbeiter schnell bezahlt – und sind obendrein leistungsfähiger und motivierter, wie ergän-zende Untersuchungen ergeben haben.
 
Große Kosteneinsparpotenziale ergeben sich auch aus dem geringeren Platzbedarf eines Fahr-rads, vor allem beim Parkraumbedarf. Wo ein Auto abgestellt wird, hätten durchaus 6-8 Fahr-räder Platz. Gerade wo Parkplätze auf dem Firmengelände rar sind oder wenn bei Erweiterun-gen zusätzlicher Parkplatzbedarf entsteht, gilt es abzuwägen: soll der Betrieb zusätzliche Au-toparkplätze schaffen mit einem Herstellungsaufwand von mind. 1.000-2.000 € (ebenerdiger Parkplatz) bis über 20.000 € (Tiefgarage, Parkhaus) mit jährlichen Betriebskosten von 200-2.000 € ?  Oder doch lieber – mit wesentlich geringerem Aufwand – versuchen, einen Teil der Mitarbeiter zum Umsteigen vom Auto auf andere Verkehrsmittel  wie eben das Fahrrad zu bewegen?
 
Mobilität lässt sich per Fahrrad besonders kostengünstig wahrnehmen. Die Mitarbeiter können Fahrräder für kurze Besorgungs- oder Geschäftsfahrten nutzen - das spart Auto- oder Taxi-kosten ein. Auch die betriebliche Klimabilanz wird bei Fahrradnutzung deutlich verbessert.
 
Großer Beliebtheit erfreut sich bei Beschäftigten, wenn der Arbeitgeber die kostengünstige Bereitstellung von personenindividuellen Fahrrädern via Leasing und Gehaltsumwandlung ermöglicht. So trägt dieser Service auch zur Steigerung der Attraktivität als Arbeitgeber bei.
 
  
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Das Fahrrad gilt als kostengünstiges und emissionsfreies Verkehrsmittel. In vielen Betrieben wird dieses Verkehrsmittel trotz seiner zahlreichen Vorteile (Klimaschutz, Gesundheitsförderung, Mitarbeitermotivation, Kosteneinsparungen) noch kaum genutzt. Im Rahmen des betrieblichen Mobilitätsmanagements ist die Förderung der Fahrradnutzung daher ein zentraler Ansatz, für die Gestaltung von Arbeits-, zunehmend aber auch von Dienstwegen. Die Hälfte aller Autofahrten ist kürzer als sechs Kilometer. Hier stellt das Fahrrad eine gute Alternative dar. Für längere Entfernungen und bei schwieriger Topografie bieten sich elektrisch unterstützte Fahrräder (Pedelecs, E-Bikes) als Alternative an. Fahrräder - und hier besonders Faltfahrräder - können aber auch dazu dienen, in Kombination mit der Bahn die erste oder letzte Meile auf dem Weg zum bzw. vom Bahnhof zum Ziel zu überbrücken. Daher sind Betriebe gut beraten, die Vorteile einer Förderung des Radfahrens zu nutzen.
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Fahren mehr Mitarbeiter als bisher mit dem Fahrrad zur Arbeit und halten sich durch diese Art der Bewegung fit und gesund, reduziert dies die Ausfallzeiten im Unternehmen. Eine Studie des Niederländischen Verkehrsministeriums hat empirisch nachgewiesen, dass radfahrende Mitarbeiter im Schnitt etwa einen Tag pro Jahr weniger krank sind als Pkw-Pendler <ref>[https://www.rijksoverheid.nl/ministeries/ministerie-van-infrastructuur-en-waterstaat Ministerie van Verkeer en Waterstaat], [https://www.tnl.nl Forschungsinstitut TNO], TNO-Studie: Regelmatig fietsen naar het werk leidt tot lager ziekteverzuim, 2009</ref> . Dieser Befund wurde 2014 durch eine Befragung von über 2.300 Berufstätigen in Deutschland gestützt <ref>Studie [https://www.ecolibro.de/de/Forschung/Mobilitaet-Gesundheit "Mobilität & Gesundheit"] von Juliane Kemen in Zusammenarbeit mit EcoLibro, 2015</ref> . Da jeder Ausfalltag eines Mitarbeiters den Betrieb etwa zwischen 200 und 350 Euro kostet, machen sich fittere Mitarbeiter schnell bezahlt – und sind obendrein leistungsfähiger und motivierter.
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Mobilität lässt sich per Fahrrad besonders kostengünstig wahrnehmen. Die Mitarbeiter können Fahrräder für kurze Besorgungs- oder Geschäftsfahrten nutzen - das spart Auto- oder Taxikosten ein. Große Kosteneinsparpotenziale ergeben sich auch aus dem geringeren Platzbedarf eines Fahrrads. Wo ein Auto abgestellt wird, hätten durchaus sechs bis acht Fahrräder Platz. Bei einem knappen Flächenangebot auf dem Betriebsgrundstück oder bei Erweiterungsvorhaben kann es aus wirtschaftlicher Perspektive vorteilhaft sein, wenn anstelle neuer Pkw-Stellplätze in die Förderung umweltfreundlicher Verkehrsmittel investiert wird.
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Auch die betriebliche Klimabilanz wird bei der Fahrradnutzung deutlich verbessert. Durch 5.000 Fahrradkilometer pro Jahr werden bis zu 400 Liter Diesel, 500 € und eine Tonne CO2 eingespart. Großer Beliebtheit erfreut sich bei Beschäftigten, wenn der Arbeitgeber die kostengünstige Bereitstellung von personenindividuellen Fahrrädern via Leasing, ggf. auch mit Gehaltsumwandlung ermöglicht und ggf. auch bezuschusst. So trägt dieser Service auch zur Steigerung der Attraktivität als Arbeitgeber bei.
  
 
== Maßnahmen(bündel) ==
 
== Maßnahmen(bündel) ==
  
Hilfreich zur betrieblichen Fahrradförderung ist ein entsprechender Grundsatzbeschluss der Geschäftsführung. Von zentraler Bedeutung ist auch ein Ansprechpartner/Fahrradbeauftragter und/oder eine Arbeitsgruppe für alle Fragen rund ums Fahrrad. Dann können Maßnahmen in folgenden Bereichen umgesetzt werden:
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In der betrieblichen Praxis hat es sich als hilfreich herausgestellt, wenn die Förderung der Fahrradnutzung organisatorisch unterstützt wird. Mit einem Grundsatzbeschluss verdeutlicht die Geschäftsführung die Bedeutung des Themas. Von zentraler Bedeutung sind ein Ansprechpartner/Fahrradbeauftragter und/oder eine Arbeitsgruppe für alle Fragen rund um das Fahrrad. Dann können Maßnahmen beispielsweise in folgenden Bereichen umgesetzt werden:
  
- Infrastruktur für das Fahrradfahren
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'''Infrastruktur für das Fahrradfahren'''
Bedarfsgerecht sollten Firmenfahrräder in den Fuhrpark aufgenommen werden. Empfehlens-wert sind Elektrofahrräder, Faltfahrräder (die leicht auch in Bus/Bahn mitgenommen werden können) und ggf. Lastenfahrräder, mit denen kleinere Transporte bewältigt werden können, ob auf dem Betriebsgelände oder darüber hinaus. Alternativ könnte den Mitarbeitern per Fahr-radleasing/Gehaltsumwandlung (z.B. nach dem JobRad-Konzept) die kostengünstige Nutzung eines individuellen Fahrrads ermöglicht werden. Ende November 2012 wurde die steuerliche Handhabung eines Firmenfahrrads derjenigen von Firmenwagen angepasst . Vom Arbeitgeber bereitgestellte und auch privat – z.B. für den Arbeitsweg - nutzbare Firmenfahrräder können nun mit 1% geldwerter Vorteil versteuert werden.
 
Komfortable, überdachte und vor allem diebstahlsichere Abstellmöglichkeiten für Fahrräder sind zudem wichtige Bausteine einer fahrradgerechten Infrastruktur. Idealerwiese und ange-sichts der zunehmenden Beliebtheit von Elektrofahrrädern sind auch Lademöglichkeiten vor-zusehen; das kostenlose Laden von Elektrofahrrädern stellt übrigens keinen geldwerten Vor-teil dar, ist also steuerrechtlich irrelavant .
 
Zusätzlich sind Duschen, Spinde und Umkleideräume, aber auch Reparaturstationen, zumin-dest Pannensets und Luftpumpe hilfreiche Angebote für Radfahrer.
 
  
- Anreize zum Radfahren
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Firmenfahrräder sollten bedarfsgerecht in den Fuhrpark aufgenommen werden. Empfehlenswert sind Elektrofahrräder, Faltfahrräder (die leicht auch in Bus/Bahn mitgenommen werden können) und ggf. Lastenfahrräder, mit denen kleinere Transporte bewältigt werden können. Alternativ kann den Mitarbeitern die kostengünstige Nutzung eines individuellen Fahrrads (zum Beispiel nach dem Konzept des Dienstradleasings) ermöglicht werden. Ende November 2012 wurde die steuerliche Handhabung eines Firmenfahrrads derjenigen von Firmenwagen angepasst. Vom Arbeitgeber bereitgestellte und auch privat - z. B. für den Arbeitsweg - nutzbare Firmenfahrräder können nun mit ein Prozent versteuert werden <ref>nwb Datenbank [https://datenbank.nwb.de/Dokument/Anzeigen/452507/ Steuerliche Behandlung der Überlassung von (Elektro-)Fahrrädern]</ref> . Komfortable, überdachte und vor allem diebstahlsichere Abstellmöglichkeiten für Fahrräder sind zudem wichtige Bausteine einer fahrradgerechten Infrastruktur. Zudem sollten angesichts der zunehmenden Beliebtheit von Elektrofahrrädern Lademöglichkeiten angeboten werden. Das kostenlose Laden von Elektrofahrrädern stellt übrigens keinen geldwerten Vorteil dar, ist also steuerrechtlich irrelevant. <ref>Bundesministerium der Finanzen, [https://www.bundesfinanzministerium.de/Content/DE/Gesetzestexte/Gesetze_Verordnungen/2016-11-16-G-stl-Foerderung-Elektromobilitaet.html Ge­setz zur steu­er­li­chen För­de­rung von Elek­tro­mo­bi­li­tät im Stra­ßen­ver­kehr], Stand 16.11.2016</ref><ref>Bundesministerium der Finanzen,  [https://www.bundesfinanzministerium.de/Content/DE/Downloads/BMF_Schreiben/Steuerarten/Lohnsteuer/2016-12-14-LSt-Anwendung-G-stl-Foerderung-Elektromobilitaet-Strassenverkehr.html Ge­setz zur steu­er­li­chen För­de­rung von Elek­tro­mo­bi­li­tät im Stra­ßen­ver­kehr; An­wen­dung der ein­kom­men­steu­er­li­chen und lohn­steu­er­li­chen Vor­schrif­ten] BMF-Schreiben vom 14. Dezember 2016,</ref> Zusätzlich sind Duschen, Spinde und Umkleideräume, aber auch Reparaturstationen (oder zumindest Pannensets und Luftpumpe) hilfreiche und leicht realisierbare Angebote für Radfahrer.
Wettbewerbe und andere (finanzielle) Anreize können Mitarbeiter zum Aufsatteln motivieren, z.B. die Aktion „Mit dem Rad zur Arbeit“ oder auch „Stadtradeln“. Der Spaß und auch der Bezug zum Thema Gesundheit durch Bewegung sollten im Mittelpunkt stehen. Wichtig ist zudem, den Beschäftigten  die Fahrradnutzung nahe zu bringen und auch Ausprobiermöglich-keiten zu schaffen. Dies kann z.B. an einem Fahrradaktionstag geschehen, an dem verschiede-ne (Elektro)Fahrräder präsentiert und Probe gefahren werden können. Ergänzend ist ein Fahr-radreparaturservice und eine Fahrradcodierung willkommener Teil eines Aktionstags, der z.B. in Kooperation mit einem örtlichen Fahrradhändler und dem ADFC durchgeführt werden kann.
 
  
- Kommunikation
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'''Anreize zum Radfahren'''
Die Möglichkeiten der Fahrradnutzung sollten umfassend kommuniziert werden, dauerhaft z.B. auf der Intranet-Seite oder in einem Faltblatt. Sehr hilfreich ist es, neuen Mitarbeitern ein Infopaket auszuhändigen, das z.B. auch eine Radwegkarte und eine Sicherheitsweste beinhal-tet. Das Aufhängen einer Fahrradwegekarte, auf der Rad-erfahrene Kollegen ihre bevorzugte Fahrradroute zum Betrieb markieren, hilft anderen sehr, geeignete Routen für den Arbeitsweg zu finden.
 
  
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Wettbewerbe und andere (finanzielle) Anreize können Mitarbeiter zum Aufsatteln motivieren, z. B. die Aktion " Mit dem Rad zur Arbeit " [https://www.mit-dem-rad-zur-arbeit.de/bundesweit/index.php] oder auch " Stadtradeln" [https://www.stadtradeln.de/home/]. Dabei sollten der Fahrspaß sowie der Bezug zum Thema Gesundheit im Mittelpunkt stehen. Wichtig ist zudem, den Beschäftigten die Fahrradnutzung nahe zu bringen und Möglichkeiten zum Ausprobieren zu schaffen. Dies kann z. B. an einem Fahrradaktionstag geschehen, an dem verschiedene (Elektro)Fahrräder präsentiert und Probe gefahren werden können. Ergänzend sind ein Fahrradreparaturservice und eine Fahrradcodierung willkommener Teil eines Aktionstags, der zum Beispiel in Kooperation mit einem örtlichen Radhändler und dem ADFC durchgeführt werden kann [https://www.adfc.de/]. Auch die wechselnde probeweise Überlassung von E-Bikes für einige Wochen hilft, dem Mitarbeiter die Alltagstauglichkeit zu prüfen. Studien haben gezeigt, dass sich nach der Praxistestphase der überwiegende Teil der Testpersonen für die Anschaffung bzw. regelmäßige Nutzung entschließt. <ref>Czowalla, L. (2015); [https://www.berlin.de/senuvk/verkehr/planung/e_mobilitaet/download/EBikePendeln_Endergebnisse_Auswahl.pdf Ebike-Pendeln. Wissenschaftliche Begleitforschung - Auswahl vorläufiger Endergebnisse], Institut für Transportation Design (ITD), Hochschule für Bildende Künste Braunschweig</ref>
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'''Kommunikation'''
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Die Möglichkeiten der Fahrradnutzung sollten umfassend kommuniziert werden, dauerhaft z. B. auf der Intranet-Seite oder in einem Faltblatt. Sehr hilfreich ist es, neuen
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Mitarbeitern ein Infopaket auszuhändigen, das z. B. auch eine Radwegkarte und/oder eine Sicherheitsweste beinhaltet. Das Aufhängen einer Fahrradwegekarte, auf der Raderfahrene Kollegen ihre bevorzugte Fahrradroute zum Betrieb markieren, hilft anderen sehr, geeignete Routen für den Arbeitsweg zu finden.
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Das Startup "bike citizens" [https://map.bikecitizens.net] hat sich mit ihrer Routing-App zur Aufgabe gemacht, für verschiedene Städte und Regionen die Wegerfahrungen der jeweiligen örtlichen Radcommunity einfließen zu lassen.
  
 
== Tipps und Hinweise ==
 
== Tipps und Hinweise ==
  
Die Einführung von Fahrradleasing per Gehaltsumwandlung kann in bestimmten Fällen auf Grenzen stoßen, z.B. bei öffentlichen Arbeitgebern oder wenn tarifrechtliche Regelungen dem entgegenstehen. Über- oder außertarifliche Gehaltsbestandteile können hierfür jedoch einge-setzt werden. Ansonsten bleiben nur die Alternativen, dass der Arbeitgeber den Beschäftigten Zuschüsse und Darlehen zum Fahrradkauf gewährt oder eben eigene Firmenfahrräder an-schafft und den Mitarbeitern zur Nutzung überlässt – wie dies ja auch bei Dienstwagen viel-fach praktiziert wird. Die Versteuerung erfolgt dann über die 1%-Regel.
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Die Einführung von Fahrradleasing per Gehaltsumwandlung kann in bestimmten Fällen an Grenzen stoßen, z. B. bei öffentlichen Arbeitgebern oder wenn tarifrechtliche Regelungen dem entgegenstehen. Über- oder außertarifliche Gehaltsbestandteile können hierfür jedoch eingesetzt werden. Sofern ein Dienstradleasing nicht realisierbar ist, kann der Arbeitgeber den Beschäftigten Zuschüsse und Darlehen zum Fahrradkauf gewähren oder eigene Firmenfahrräder anschaffen, die den Mitarbeitern zur Nutzung überlassen werden. Die Versteuerung erfolgt dann über die 1-Prozent-Regelung.
Wo Führungskräfte selbst mit gutem Beispiel vorangehen, hat es die Fahrradförderung deut-lich einfacher. Positive Beispiele sollten belobigend kommuniziert werden.
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Wenn Führungskräfte selbst mit dem Rad zur Arbeit kommen und mit gutem Beispiel vorangehen, sendet dies ein positives Signal an die Belegschaft.
Wenn der Raum für Fahrradabstellmöglichkeiten knapp ist, können bisherige Autostellflächen umgewidmet werden. Auch in Parkhäusern können separate Fahrradabstellplätze ausgewiesen werden. Für Mitarbeiter, die Teilstrecken des Arbeitswegs  mit der Bahn fahren, sind auch diebstahlsichere Abstellmöglichkeiten am jeweiligen Bahnhof wichtig. Solche können an vie-len Bahnhöfen in Fahrradstationen und Fahrradboxen angemietet werden.
 
Wer umfassende Fahrradförderung betreiben möchte, kann externe Beratung nutzen bis hin zu einer Zertifizierung als fahrradfreundlicher Betrieb, wie sie z.B. der ADFC sowie B.A.U.M. anbieten.
 
  
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Für Mitarbeiter, die Teilstrecken des Arbeitswegs mit der Bahn fahren, sind diebstahlsichere Abstellmöglichkeiten am jeweiligen Bahnhof wichtig. Solche können an vielen Bahnhöfen in Fahrradstationen und Fahrradboxen angemietet werden [https://www.radstation-nrw.de/radstationen-ausserhalb-von-nrw.html].
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Wer ein umfassendes Konzept zur Fahrradförderung entwickeln und umsetzen möchte kann sich von spezialisierten Beratern unterstützen lassen. Zertifizierungen als fahrradfreundlicher Betrieb, wie sie der ADFC [https://www.fahrradfreundlicher-arbeitgeber.de/] oder B.A.U.M. [http://www.fahrrad-fit.de/] anbieten, geben Hilfestellung bei der Bewertung von Maßnahmen.
  
 
== Praxisbeispiele ==
 
== Praxisbeispiele ==
  
Die Druckerei Lokay aus Reinheim hat jedem Mitarbeiter ein individuelles Fahrrad bereitge-stellt, wenn sich dieser im Gegenzug verpflichtet, mindestens 50 mal im Jahr mit dem Fahrrad zur Arbeit zu fahren – die Hälfte der Belegschaft hat dieses Angebot gerne angenommen. Gleichzeitig macht der Mitarbeiter mit dem als „Lokay Klimarad“ gebrandetem Fahrrad gleichzeitig noch Werbung für das Unternehmen.  
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Die Druckerei Lokay aus Reinheim hat jedem Mitarbeiter ein individuelles Fahrrad bereitgestellt, wenn sich dieser im Gegenzug verpflichtet, mindestens 50 Tage im Jahr mit dem Fahrrad zur Arbeit zu fahren. Die Hälfte der Belegschaft hat dieses Angebot gerne angenommen. Gleichzeitig macht der Mitarbeiter mit dem als "Lokay Klimarad " gebrandetem Fahrrad Werbung für das Unternehmen.In einem Kurzfilm wird das Konzept von Lokay dargestellt [https://www.youtube.com/watch?v=fFDHWHNYvWs].  
Die UmweltBank in Nürnberg verbindet die Fahrradförderung in besonderer Weise mit einer Spendenaktion. Jedes Jahr in den Monaten von April bis September nehmen die Mitarbeiter an dem firmeninternen Wettbewerb „Banker on Bike” teil. Die UmweltBank vergütet jeden ge-fahrenen oder zu Fuß zurückgelegten Kilometer zwischen Wohnort und Arbeitsplatz mit ei-nem Euro. Die Spendensumme wird dann für ein von den Mitarbeitern ausgewähltes Sozial- oder Umweltprojekt gespendet.  
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Über 100 weitere Praxisbeispiele fahrradfreundlicher Arbeitgeber sind unter www.fahrrad-fit.de dokumentiert.
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Die UmweltBank in Nürnberg verbindet die Fahrradförderung mit einer Spendenaktion. Jedes Jahr in den Monaten von April bis September nehmen die Mitarbeiter an dem firmeninternen Wettbewerb " Banker on Bike" teil. Die UmweltBank vergütet jeden gefahrenen oder zu Fuß zurückgelegten Kilometer zwischen Wohnort und Arbeitsplatz mit einem Euro. Die Spendensumme wird dann für ein von den Mitarbeitern ausgewähltes Sozial- oder Umweltprojekt gespendet.  
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Der Spezialversicherer WERTGARANTIE nimmt regelmäßig an Fahrrad-Aktionen und fördert u.a. mit einem Fahrrad-Leasing-Angebot, Regenbekleidung zum Ausleihen sowie einer firmeneigenen Fahrrad-Werkstatt den sportlichen Einsatz beim Weg zur Arbeit.  
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Mehr Informationnen zu den oben genannten Praxisbeispielen in der [https://mobil-gewinnt.de/assets/downloads/mobil_gewinnt_best_practice_final.pdf Broschüre "mobil gewinnt"].
  
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Über 100 weitere Praxisbeispiele fahrradfreundlicher Arbeitgeber sind im Internet dokumentiert [http://www.fahrrad-fit.de/].
  
 
== Weitere Hilfestellungen ==
 
== Weitere Hilfestellungen ==
  
Quellen:  
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'''Links:'''
Siehe Fußnoten
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Links:  
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* Fahrrad-Fit: Informationen und Praxishilfen sowie über 100 Praxisbeispiele zu Fahr-radförderung im Betrieb [http://www.fahrrad-fit.de/]
www.fahrrad-fit.de  Informationen und Praxishilfen sowie über 100 Praxisbeispiele zu Fahr-radförderung im Betrieb
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http://lastenrad.vcd.org Informationen zu Lastenrädern und ihren Einsatzzwecken, Praxisbei-spiele für Branchenlösungen, Marktübersichten
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* Informationen zu Lastenrädern: Testprogramm „Ich entlaste Räder“ [https://www.lastenradtest.de/]
www.nutzrad.de und www.velotransport.net bieten weitere Marktübersichten zu Lastenfahr-rädern
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https://www.adfc.de/verkehr--recht/radverkehr-gestalten/fahrradparken/adfc-empfohlene-abstellanlagen/adfc-empfohlene-abstellanlagen umfangreiche Hinweise zu empfehlenswerten Fahrradabstellanlagen
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* ADFC: Umfangreiche Hinweise zu empfehlenswerten Fahrradabstellanlagen [https://www.adfc.de/verkehr--recht/radverkehr-gestalten/fahrradparken/adfc-empfohlene-abstellanlagen/adfc-empfohlene-abstellanlagen]
www.fahrrad-fit.de und www.fahrradfreundlicher-arbeitgeber.de Hinweise zur Zertifizierung als fahrradfreundlicher Arbeitgeber
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www.mit-dem-rad-zur-arbeit.de  Infos zur gleichnamigen Aktion
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'''Ansprechpartner: ggf. Benennung von Personen und Institutionen, die weiterhelfen können:'''
www.stadtradeln.de Infos zur gleichnamigen Aktion
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* B.A.U.M. e.V., Dieter Brübach, dieter.bruebach@baumev.de [https://www.baumev.de], [http://www.fahrrad-fit.de/]
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* Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club e.V. (ADFC) [https://www.adfc.de]
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* VCD Verkehrsclub Deutschland e.V. [https://www.vcd.org]
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* Verbund Service und Fahrrad e.V. [https://www.vsf.de]
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* Fahrradrouting und Förderung mit Bonuspaketen für Betriebe [https://map.bikecitizens.net]
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== Einzelnachweise ==

Aktuelle Version vom 13. September 2018, 07:46 Uhr

(Bildquelle: Laiotz - stock.adobe.com)

Das Fahrrad gilt als kostengünstiges und emissionsfreies Verkehrsmittel. In vielen Betrieben wird dieses Verkehrsmittel trotz seiner zahlreichen Vorteile (Klimaschutz, Gesundheitsförderung, Mitarbeitermotivation, Kosteneinsparungen) noch kaum genutzt. Im Rahmen des betrieblichen Mobilitätsmanagements ist die Förderung der Fahrradnutzung daher ein zentraler Ansatz, für die Gestaltung von Arbeits-, zunehmend aber auch von Dienstwegen. Die Hälfte aller Autofahrten ist kürzer als sechs Kilometer. Hier stellt das Fahrrad eine gute Alternative dar. Für längere Entfernungen und bei schwieriger Topografie bieten sich elektrisch unterstützte Fahrräder (Pedelecs, E-Bikes) als Alternative an. Fahrräder - und hier besonders Faltfahrräder - können aber auch dazu dienen, in Kombination mit der Bahn die erste oder letzte Meile auf dem Weg zum bzw. vom Bahnhof zum Ziel zu überbrücken. Daher sind Betriebe gut beraten, die Vorteile einer Förderung des Radfahrens zu nutzen.

Fahren mehr Mitarbeiter als bisher mit dem Fahrrad zur Arbeit und halten sich durch diese Art der Bewegung fit und gesund, reduziert dies die Ausfallzeiten im Unternehmen. Eine Studie des Niederländischen Verkehrsministeriums hat empirisch nachgewiesen, dass radfahrende Mitarbeiter im Schnitt etwa einen Tag pro Jahr weniger krank sind als Pkw-Pendler [1] . Dieser Befund wurde 2014 durch eine Befragung von über 2.300 Berufstätigen in Deutschland gestützt [2] . Da jeder Ausfalltag eines Mitarbeiters den Betrieb etwa zwischen 200 und 350 Euro kostet, machen sich fittere Mitarbeiter schnell bezahlt – und sind obendrein leistungsfähiger und motivierter.

Mobilität lässt sich per Fahrrad besonders kostengünstig wahrnehmen. Die Mitarbeiter können Fahrräder für kurze Besorgungs- oder Geschäftsfahrten nutzen - das spart Auto- oder Taxikosten ein. Große Kosteneinsparpotenziale ergeben sich auch aus dem geringeren Platzbedarf eines Fahrrads. Wo ein Auto abgestellt wird, hätten durchaus sechs bis acht Fahrräder Platz. Bei einem knappen Flächenangebot auf dem Betriebsgrundstück oder bei Erweiterungsvorhaben kann es aus wirtschaftlicher Perspektive vorteilhaft sein, wenn anstelle neuer Pkw-Stellplätze in die Förderung umweltfreundlicher Verkehrsmittel investiert wird.

Auch die betriebliche Klimabilanz wird bei der Fahrradnutzung deutlich verbessert. Durch 5.000 Fahrradkilometer pro Jahr werden bis zu 400 Liter Diesel, 500 € und eine Tonne CO2 eingespart. Großer Beliebtheit erfreut sich bei Beschäftigten, wenn der Arbeitgeber die kostengünstige Bereitstellung von personenindividuellen Fahrrädern via Leasing, ggf. auch mit Gehaltsumwandlung ermöglicht und ggf. auch bezuschusst. So trägt dieser Service auch zur Steigerung der Attraktivität als Arbeitgeber bei.

Maßnahmen(bündel)

In der betrieblichen Praxis hat es sich als hilfreich herausgestellt, wenn die Förderung der Fahrradnutzung organisatorisch unterstützt wird. Mit einem Grundsatzbeschluss verdeutlicht die Geschäftsführung die Bedeutung des Themas. Von zentraler Bedeutung sind ein Ansprechpartner/Fahrradbeauftragter und/oder eine Arbeitsgruppe für alle Fragen rund um das Fahrrad. Dann können Maßnahmen beispielsweise in folgenden Bereichen umgesetzt werden:

Infrastruktur für das Fahrradfahren

Firmenfahrräder sollten bedarfsgerecht in den Fuhrpark aufgenommen werden. Empfehlenswert sind Elektrofahrräder, Faltfahrräder (die leicht auch in Bus/Bahn mitgenommen werden können) und ggf. Lastenfahrräder, mit denen kleinere Transporte bewältigt werden können. Alternativ kann den Mitarbeitern die kostengünstige Nutzung eines individuellen Fahrrads (zum Beispiel nach dem Konzept des Dienstradleasings) ermöglicht werden. Ende November 2012 wurde die steuerliche Handhabung eines Firmenfahrrads derjenigen von Firmenwagen angepasst. Vom Arbeitgeber bereitgestellte und auch privat - z. B. für den Arbeitsweg - nutzbare Firmenfahrräder können nun mit ein Prozent versteuert werden [3] . Komfortable, überdachte und vor allem diebstahlsichere Abstellmöglichkeiten für Fahrräder sind zudem wichtige Bausteine einer fahrradgerechten Infrastruktur. Zudem sollten angesichts der zunehmenden Beliebtheit von Elektrofahrrädern Lademöglichkeiten angeboten werden. Das kostenlose Laden von Elektrofahrrädern stellt übrigens keinen geldwerten Vorteil dar, ist also steuerrechtlich irrelevant. [4][5] Zusätzlich sind Duschen, Spinde und Umkleideräume, aber auch Reparaturstationen (oder zumindest Pannensets und Luftpumpe) hilfreiche und leicht realisierbare Angebote für Radfahrer.

Anreize zum Radfahren

Wettbewerbe und andere (finanzielle) Anreize können Mitarbeiter zum Aufsatteln motivieren, z. B. die Aktion " Mit dem Rad zur Arbeit " [1] oder auch " Stadtradeln" [2]. Dabei sollten der Fahrspaß sowie der Bezug zum Thema Gesundheit im Mittelpunkt stehen. Wichtig ist zudem, den Beschäftigten die Fahrradnutzung nahe zu bringen und Möglichkeiten zum Ausprobieren zu schaffen. Dies kann z. B. an einem Fahrradaktionstag geschehen, an dem verschiedene (Elektro)Fahrräder präsentiert und Probe gefahren werden können. Ergänzend sind ein Fahrradreparaturservice und eine Fahrradcodierung willkommener Teil eines Aktionstags, der zum Beispiel in Kooperation mit einem örtlichen Radhändler und dem ADFC durchgeführt werden kann [3]. Auch die wechselnde probeweise Überlassung von E-Bikes für einige Wochen hilft, dem Mitarbeiter die Alltagstauglichkeit zu prüfen. Studien haben gezeigt, dass sich nach der Praxistestphase der überwiegende Teil der Testpersonen für die Anschaffung bzw. regelmäßige Nutzung entschließt. [6]

Kommunikation

Die Möglichkeiten der Fahrradnutzung sollten umfassend kommuniziert werden, dauerhaft z. B. auf der Intranet-Seite oder in einem Faltblatt. Sehr hilfreich ist es, neuen Mitarbeitern ein Infopaket auszuhändigen, das z. B. auch eine Radwegkarte und/oder eine Sicherheitsweste beinhaltet. Das Aufhängen einer Fahrradwegekarte, auf der Raderfahrene Kollegen ihre bevorzugte Fahrradroute zum Betrieb markieren, hilft anderen sehr, geeignete Routen für den Arbeitsweg zu finden. Das Startup "bike citizens" [4] hat sich mit ihrer Routing-App zur Aufgabe gemacht, für verschiedene Städte und Regionen die Wegerfahrungen der jeweiligen örtlichen Radcommunity einfließen zu lassen.

Tipps und Hinweise

Die Einführung von Fahrradleasing per Gehaltsumwandlung kann in bestimmten Fällen an Grenzen stoßen, z. B. bei öffentlichen Arbeitgebern oder wenn tarifrechtliche Regelungen dem entgegenstehen. Über- oder außertarifliche Gehaltsbestandteile können hierfür jedoch eingesetzt werden. Sofern ein Dienstradleasing nicht realisierbar ist, kann der Arbeitgeber den Beschäftigten Zuschüsse und Darlehen zum Fahrradkauf gewähren oder eigene Firmenfahrräder anschaffen, die den Mitarbeitern zur Nutzung überlassen werden. Die Versteuerung erfolgt dann über die 1-Prozent-Regelung. Wenn Führungskräfte selbst mit dem Rad zur Arbeit kommen und mit gutem Beispiel vorangehen, sendet dies ein positives Signal an die Belegschaft.

Für Mitarbeiter, die Teilstrecken des Arbeitswegs mit der Bahn fahren, sind diebstahlsichere Abstellmöglichkeiten am jeweiligen Bahnhof wichtig. Solche können an vielen Bahnhöfen in Fahrradstationen und Fahrradboxen angemietet werden [5].

Wer ein umfassendes Konzept zur Fahrradförderung entwickeln und umsetzen möchte kann sich von spezialisierten Beratern unterstützen lassen. Zertifizierungen als fahrradfreundlicher Betrieb, wie sie der ADFC [6] oder B.A.U.M. [7] anbieten, geben Hilfestellung bei der Bewertung von Maßnahmen.

Praxisbeispiele

Die Druckerei Lokay aus Reinheim hat jedem Mitarbeiter ein individuelles Fahrrad bereitgestellt, wenn sich dieser im Gegenzug verpflichtet, mindestens 50 Tage im Jahr mit dem Fahrrad zur Arbeit zu fahren. Die Hälfte der Belegschaft hat dieses Angebot gerne angenommen. Gleichzeitig macht der Mitarbeiter mit dem als "Lokay Klimarad " gebrandetem Fahrrad Werbung für das Unternehmen.In einem Kurzfilm wird das Konzept von Lokay dargestellt [8].

Die UmweltBank in Nürnberg verbindet die Fahrradförderung mit einer Spendenaktion. Jedes Jahr in den Monaten von April bis September nehmen die Mitarbeiter an dem firmeninternen Wettbewerb " Banker on Bike" teil. Die UmweltBank vergütet jeden gefahrenen oder zu Fuß zurückgelegten Kilometer zwischen Wohnort und Arbeitsplatz mit einem Euro. Die Spendensumme wird dann für ein von den Mitarbeitern ausgewähltes Sozial- oder Umweltprojekt gespendet.

Der Spezialversicherer WERTGARANTIE nimmt regelmäßig an Fahrrad-Aktionen und fördert u.a. mit einem Fahrrad-Leasing-Angebot, Regenbekleidung zum Ausleihen sowie einer firmeneigenen Fahrrad-Werkstatt den sportlichen Einsatz beim Weg zur Arbeit.

Mehr Informationnen zu den oben genannten Praxisbeispielen in der Broschüre "mobil gewinnt".

Über 100 weitere Praxisbeispiele fahrradfreundlicher Arbeitgeber sind im Internet dokumentiert [9].

Weitere Hilfestellungen

Links:

  • Fahrrad-Fit: Informationen und Praxishilfen sowie über 100 Praxisbeispiele zu Fahr-radförderung im Betrieb [10]
  • Informationen zu Lastenrädern: Testprogramm „Ich entlaste Räder“ [11]
  • ADFC: Umfangreiche Hinweise zu empfehlenswerten Fahrradabstellanlagen [12]

Ansprechpartner: ggf. Benennung von Personen und Institutionen, die weiterhelfen können:

  • B.A.U.M. e.V., Dieter Brübach, dieter.bruebach@baumev.de [13], [14]
  • Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club e.V. (ADFC) [15]
  • VCD Verkehrsclub Deutschland e.V. [16]
  • Verbund Service und Fahrrad e.V. [17]
  • Fahrradrouting und Förderung mit Bonuspaketen für Betriebe [18]

Einzelnachweise

  1. Ministerie van Verkeer en Waterstaat, Forschungsinstitut TNO, TNO-Studie: Regelmatig fietsen naar het werk leidt tot lager ziekteverzuim, 2009
  2. Studie "Mobilität & Gesundheit" von Juliane Kemen in Zusammenarbeit mit EcoLibro, 2015
  3. nwb Datenbank Steuerliche Behandlung der Überlassung von (Elektro-)Fahrrädern
  4. Bundesministerium der Finanzen, Ge­setz zur steu­er­li­chen För­de­rung von Elek­tro­mo­bi­li­tät im Stra­ßen­ver­kehr, Stand 16.11.2016
  5. Bundesministerium der Finanzen, Ge­setz zur steu­er­li­chen För­de­rung von Elek­tro­mo­bi­li­tät im Stra­ßen­ver­kehr; An­wen­dung der ein­kom­men­steu­er­li­chen und lohn­steu­er­li­chen Vor­schrif­ten BMF-Schreiben vom 14. Dezember 2016,
  6. Czowalla, L. (2015); Ebike-Pendeln. Wissenschaftliche Begleitforschung - Auswahl vorläufiger Endergebnisse, Institut für Transportation Design (ITD), Hochschule für Bildende Künste Braunschweig